zur ausstellung S/HE IS THE ONE im KUNSTRAUM NIEDEROESTERREICH, kuratiert von Ursula Maria Probst.

"Wie es keine Körper ohne Bedeutung gibt so gibt es auch keine Bilder ohne Bedeutung. Jedes Bild hat eine Biografie, wie jedes Objekt eine Biografie hat. Bilder sind ein Spiegel der Gesellschaft. Bilder sind Gedächtnisträger. Und in der Werkherstellung können gesellschaftliche Bedingungen, Determinierungen subversiv-widerständig ausgelotet und so in einen neuen „move“ gebracht werden.

Zu den Begriffen Intertextualität (Julia Kristeva), Interbildlichkeit (Aby Warburg) möchte ich „Interperformativität“ weiterdenken. Die Arbeit „Interperformativität“ (2013) ist ein beidseitiges Spiegelobjekt, dieses Objekt zeigt immer ein anderes Bild, je nachdem welche Position der BetrachterInnenkörper einnimmt, wie nahe oder wie entfernt wir sind. Stets bildet sich aufs Neue in der Spiegelung Vorhandenes ästhetisch flüchtig ab. Im Hier und Jetzt werden neue Nachbarschaften von der feministischen Avantgarde wie Ana Mendieta, Renate Bertlmann, VALIE EXPORT bis zu Künstlerinnen wie Carola Dertnig, Katrina Daschner, Roberta Lima in einer temporären Komplizenschaft gespiegelt.

Das Medium Photographie diente KünstlerInnen immer wieder als eine Fixierung eines Spiegelbildes. Das hier gezeigte Bild „Selbstportrait mit Graukarte und Zahnschmerzen“ (2013) ist eine Inszenierung mit einem meiner photographischen Werkzeuge. Mit 18% Grau (Graukarte) wird in der analogen Photographie die Kalibrierung der Belichtung gemessen, das Grau der Karte verweist aber auch auf einen Raum der weder weiß (white cube) noch schwarz (black box) ist und so eine Art von Freiraum symbolisiert." Text: Anja Manfredi

"In the same way as there is no body without meaning, so there is also no image without meaning. Every image has a biography, as every object has a biography.
Images are a reflection of society. Images are holders of memory. And in the production of a work, social conditions and determinations can be subversively-resistantly explored and thus put into a new “move”.
I would like to take the idea of “interperformativity” further on the concepts of intertextuality (Julia Kristeva) and interpictoriality (Aby Warburg). The work Interperformativity (2013) is a two-sided mirror object. It always shows a different image depending on the position of the viewer, how far or close we are. The existing aesthetic is constantly transiently reforming itself in the reflection. In the here and now, new neighbourhoods of the feminist avant-garde such as Ana Mendieta, Renate Bertlmann and Valie Export to artists such as Carola Dertnig, Katrina Daschner and Roberta Lima are reflected in temporary complicity.
The medium of photography repeatedly serves artists as a fixing of a mirror image. The image shown here Selbstportrait mit Graukarte und Zahnschmerzen [Self-Portrait with Grey Chart and Toothache] (2013) is a staging with one of my photographic tools. In analogue photography the calibration of the exposure is measured at 18% grey (grey chart), the grey of the chart, however, refers to a space that is neither white (white cube) nor black (black box) and thus symbolises a kind of free space."
Text: Anja Manfredi

analoger Barytprint, 40x30cm
Selbstportrait mit Graukarte, 2013: analoger Barytprint, 40x30cm

Spiegel, Eisen
„Interperformativität“ 2013: Spiegel, Eisen

Spiegel, Eisen
„Interperformativität“ 2013: Spiegel, Eisen

Spiegel, Eisen
„Interperformativität“ 2013: Spiegel, Eisen

Spiegel, Eisen
„Interperformativität“ 2013: Spiegel, Eisen

Spiegel, Eisen
„Interperformativität“ 2013: Spiegel, Eisen

Spiegel, Eisen
„Interperformativität“ 2013: Spiegel, Eisen

Spiegel, Eisen
„Interperformativität“ 2013: Spiegel, Eisen